Porter Bier

PORTER

Nina Anika Klotz

Das Porter ist ein Bier für dich, wenn: 

  • du dich auf die dunkle Seite wagen willst und einen eleganten Einstieg in das Thema dunkle Biere suchst.
  • du keine Scheu vor Säure im Bier hast. (Zumindest, wenn dich die ganz traditionellen Porter Biere interessieren.)
  • du die Vielfalt erleben willst, die entsteht, wenn ein uraltes Bier superkreativ neu interpretiert wird.

Geschichte des Porter Bier

Das Porter ist der Ursprung aller untergärigen, dunklen Biere, sämtliche Porter-Arten und das Stout mit allen seinen Untersorten gehen auf das Porter zurück. Dieses dunkle, oft ein wenig säuerlich schmeckende Gebräu war das, was die Engländer gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter „Bier“ verstanden. Benannt war es nach einer besonders potenten Konsumentengruppe, den porters, den Londoner Hafenarbeitern. Den ganzen Tag Schiffe be- und  entladen ist ein Knochenjob, der jeden Abend mit einem Pint belohnt werden wollte und meist auch unter Tags mit einem leichtem Glimmer erträglicher war. Und auch die zusätzlichen Kalorien, die diese reichhaltigen Biere brachten, halfen und machten das Porter zum Wasser der Arbeiterklasse, wie viele britische Historiker beschreiben.

Im Verlauf der folgenden Jahrzehnte wurde das Porter zum Motorenöl der Industrialisierung – und zugleich hielt die Industrialisierung im Brauprozess Einzug: immer größere Brauereien versorgen die dürstenden Arbeiter mit immer mehr, immer schneller und in immer größeren Mengen produziertem, dunklen Bier.

Porter Bier

Auf die Röstung kommt es an. Beim Malz. (Foto: NAK)

Besondere Arten des Porter Bier

Das originale Porter Bier war immer sauer. Das lag daran, dass Englands Brauer ihr dunkles Bier in Holzfässern lagerten und eine Infektion mit Brettanomyces schier unvermeidlich war. Das Porter gehörte so, ein bisschen sauer. Heute sind wenige Porter eindeutig sauer, der Bierstiel wird sehr kreativ interpretiert. Oft verwenden Brauer deutlich mehr Hopfen als traditionell  üblich.

  • Baltic Porter: Auf seinem Höhepunkt hatte des British Empire nahezu überall auf der Welt Soldaten stationiert, deren Durst nach Bier gestillt werden wollte. So auch an der Ostsee. Also verschiffte man zunächst stark eingebraute Porter Biere ins Baltikum, ehe man beschloss, dort selbst zu brauen. Auf Grund der vorherrschenden, kühlen Temperaturen versagten allerdings die obergärigen Ale-Hefen und untergärige Kollegen übernahmen ihren Job (dazu muss man wissen, dass früher fast alle Biere von Mischkulturen vergoren wurden, es gab noch keine Hefereinzucht und abhängig von den gegeben Bedingungen setzten sich eben bestimmte Stämme durch.) Manchmal werden Baltic Porter auch mit obergärigen Hefen gemacht, aber bei untergärigen Bedingungen. Die Hefen arbeiten dann deutlich langsamer. Oft schmecken diese Biere süßer, nach getrockneten Früchten und Toffee.
  • Brown Ale: In gewisser Weise kann man auch das englische Brown Ale mit dem Porter in Verbindung setzen – schließlich geht auch das aus dem dunklen Bier hervor, das im 17.Jahrhundert serviert wurde. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts ließ ein Brauer namens Thomas Wells diesen Bierstil mit sehr sanften 3 Prozent Alkohol wieder aufleben.

Bierstil Guide: Porter Bier

 Aussehen:Hell- bis mittelbraun mit rötlichen Highlights, in der Regel klar
Alkohol:4,0- 5,4 % ABV
Aroma:Zarte Biscuit- oder Toast-Noten, nussig.
Geschmack:Der Malzkörper dominiert den Geschmack, erinnert bisweilen an Brot und Nuss, kann ins Kaffeeartige gehen, manchmal im Abgang Noten von Lakritz
Körper:Mittelvoller Köper und mittelstark karbonisiert.

Empfohlenes Porter Bier:

  • Made in Germany: Dolden Dark Porter  – Riedenburger Brauhaus (DE). Für ein Porter ziemlich stark, da hätten sich die Hafenarbeiter ihrerzeit sicherlich schwer getan mit der Nachmittagsschicht. Dennoch ein saftiges, kaffeegutes Bier.
  • Abgewandelt: Oscur Deutsches Porter – Braufactum (DE). Das Deutsche an diesem Porter ist die Tatsache, dass es untergärig ist und mit einer höheren Stammwürze eingebraut. Demzufolge ist es auch alkoholischer als das englische Vorbild.
  • Das Original: Fuller’s London Porter – Fuller Smith & Turner PLC  (UK). Die Craftigkeit der Brauerei sei einmal dahingestellt – das Fuller’s London Porter ist jedenfalls eines jener Porter, die dem Original der alten Zeit am nächsten kommt.