„Warten auf Goldberg“ – der neue Bierkrimi von Thomas Lang
Thomas Lang ist Jurist. Er arbeitet als Anwalt und Fachmann für Datenschutz in Stuttgart. Als Autor spricht er zu uns in Filmen und Bieren. Mit „Drei Engel für Charlie“ lässt Thomas Lang seinen Helden (na ja, eher Antihelden) Minkin zum Beispiel erklären, wer eigentlich dieser Goldberg ist: „Er ist Charlie. Auftraggeber, Strippenzieher, reich, taucht nicht allzu oft auf.“ Und wenn Goldberg auftaucht, dann geht es ums Bier – irgendwie.
Eine Madonnenfigur, die fränkisches Rotbier weint
Wo Goldberg seit zehn Jahren verlässlich auftaucht, ist in den Titeln von Thomas Langs Krimis: „Goldbergs Liste“, „Goldbergs Formel“, „Goldbergs Heiliges Fass“, „Goldberg und der unsichtbare Feind“, „Goldberg und die weinende Madonna“ – und nun „Warten auf Goldberg“. Minkin hat in diesen Geschichten „heilige Fass“, aus dem Jesus das Bier beim letzten Abendmahl für seine Jünger zapfte, vor der Zerstörung durch den Weinpapst, die Kirche und die württembergische Weinmafia gerettet. Er kam spanischen Bierpanchern auf die Schliche, hat die „Weltformel des Bieres“ vor einem Braukonzern beschützt und ist einem von rachsüchtigen Deutschen bedrohten brauenden Trappistenmönch in Belgien zu Hilfe geeilt. Und dann hat er noch eine Madonnenfigur aufgespürt, die fränkisches Rotbier weint.
Durch all diese Abenteuer stolpert der Privatermittler Minkin ohne Plan und mit Bier. So erzählt Thomas lang seinen Leserinnen und Lesern nebenbei immer auch etwas über die Bier-, Brauerei- und Wirtshauskultur im Land. Am Bodensee lässt sich zum Beispiel bei Perlenbacher gut über ein mysteriöses U-Boot fabulieren. In einer Kneipe namens „Flieger“ ist ein Helles von Leibinger aus Ravensburg Teil der Story. Und in einem Supermarkt wird das Hofbräu knapp.
Auch das sechste Abenteuer, in das Goldberg Minkin schickt, ist wieder eine ganz große Nummer – vielleicht die größte bisher. Es geht um nichts Geringeres als das deutsche Bier. Und das ist in Gefahr, weil eine mysteriöse Seuche die Hopfenfelder in Tettnang befallen hat und auch in der Hallertau erste Spuren auftauchen.
Bewährte Frodo-Taktik
Und weil da mächtige Gegner im Spiel sind, ist nicht nur gutes Bier beim Gedankenmachen wichtig, sondern auch die richtige Taktik aus Filmen. Wenn man etwas unternehmen möchte, ohne dass es die finsteren Gestalten bemerken, dann hilft zum Beispiel ein bewährtes Ding aus „Herr der Ringe“: „So lenken wir die Aufmerksamkeit von Frodo ab, wenn sich Saurons tödlicher Blick nur auf uns richtet. Wenn er blind bleibt für alles, was sich sonst bewegt.“
Nein, Orks tauchen keine auf in „Warten auf Goldberg“, aber jede Menge anderer faszinierender Gestalten – von einem Landwirtschaftsminister, den man als den „anatolischen Schwaben“ kennt, bis zu einer Frau, die sie „Die Spinne“ nennen. Und Dr. Gruschenko kommt auch vor – allerdings nicht der aus dem Film „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“, wie der Autor uns im Verlauf der Geschichte wissen lässt.
„Warten auf Goldberg“ ist der 5. Bierkrimi von Thomas Lang. Er ist im Oertel+Spörer-Verlag erschienen und kostet 13 Euro.
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