Kein herber Verlust – oder doch?

Katharina Rolshausen

Ob Delicious Hazy IPA oder Imperial Stout: Von Stone Brewing gibt es hierzulande nur noch limitierte Restbestände

Im November 2024 verkündete Stone Brewing Co., LLC das Ende aller internationalen Aktivitäten zum 1. Januar 2025. Die Begründung: Konzentration auf den US-Markt. Nach dem Verkauf an den japanischen Sapporo-Konzern standen die Kapazitäten in den USA fortan für Standardbiere der Marke Sapporo zur Verfügung – die internationale Expansion von Stone Brewing war damit Geschichte. Kein herber Verlust – oder doch?

Abbildung: Bierothek

Kurzer Auftritt in Berlin-Mariendorf

Rückblick: 2015 eröffnete Stone Brewing in Berlin-Mariendorf eine Brauerei, ein Jahr später folgte eine imposante Gastronomie. Das Projekt sorgte zunächst für großes Medienecho, endete jedoch bereits 2019. Heute ist an diesem Standort BrewDog zuhause.

Gründe für das Scheitern gab es viele: eine möglicherweise überschätzte Nachfrage in Europa, die abgelegene Lage im alten Gaswerk am Stadtrand – oder schlicht deutsche Biertrinker, die damals noch nicht bereit für die „Hopfenbomben“ mit extremen Bitterwerten und „teures“ Dosenbier waren. Vielleicht hat der Stone Gargoyle, das Markenzeichen der Brauerei, seine Schutzgeist-Skills auf den amerikanischen Markt beschränkt.

Klassiker, die Biergeschichte schrieben

Das legendäre Stone IPA galt lange als Referenz für den modernen IPA-Stil. Mit dem Arrogant Bastard Ale und rund 100 Bittereinheiten zeigte die Brauerei Mut. Weitere charakterstarke Biere wie Ruination, Cali-Belgique, Ripper, Go To IPA oder die Berliner Weisse „White Ghost“, die containerweise in die USA exportiert wurde, bleiben vielen Craft-Beer-Fans unvergessen.

Restbestände für Genießer

Abbildung: Bierothek

Seit Anfang 2025 sind Stone Brewing Biere in Deutschland nur noch aus Restbeständen erhältlich. Glückspilze ergattern vielleicht noch das Imperial Stout mit 10,5 % vol., das mit Aromen von Kakao, Kaffee, Vanille, roten Früchten, Toffee und geröstetem Brot aufwartet. Wer es fruchtiger mag, greift zum Delicious Hazy IPA: goldgelb, mit Noten von Orange, Pfirsich und Ananas – und einem herben Abgang bei 7,2 % vol.

Abbildung: Bierothek

Kein herber Verlust für die Craft-Beer-Szene

So schmerzhaft der Abschied von Stone Brewing Deutschland für Fans sein mag: Für die Vielfalt der Szene ist er kein harter Schlag. Während große Brauereien sinkende Absätze beklagen, sorgen unzählige kleine Craft-Brauer weiterhin für Abwechslung – mit IPAs, Pale Ales und kreativen Bierstilen jenseits von Pils, Hellem und Weizen. Die Zahl der Bierfans wächst stetig, und die Biervielfalt ebenso.

Stone Imperial Stout gibt es hier.

Stone Hazy IPA gibt es hier.

Wissenswertes zu Stone und Merchandise-Artikel gibt es hier.

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