Warum nennt sich eine tschechische Brauerei nach einer Region, die Tausende Kilometer entfernt liegt – nach Sibirien? Vielleicht, weil das Wilde und Ungezähmte mitschwingt. Ein Hauch Abenteuer, der auch in den Bieren von Sibeeria Brewery steckt. Diese Wildheit, gepaart mit Kreativität und Leidenschaft, prägt eine der spannendsten Craftbeer-Adressen in Prag.

Von einem BeerLab zur festen Größe in Europa
Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 2014. Damals gründeten Olga und Rusian ein kleines Experimentierfeld: das BeerLab. Ohne eigene Brauerei, als sogenannte „Gipsy Brewer“, brauten sie bei anderen und spielten sich mit mutigen Rezepten rasch in die Herzen der Szene. Der Name machte die Runde, ihre Biere galten als frisch, frech, anders.
Heute ist aus der Idee ein fester Ort geworden. Unter dem Namen Sibeeria Brewery haben die beiden ihre eigene Produktionsstätte im Nordosten Prags aufgebaut – in einer alten Fabrik, in der früher Motorräder, Panzer und Straßenbahnen vom Band liefen. Dort, wo einst Metall und Öl den Geruch bestimmten, riecht es nun nach Malz und Hopfen.
„Braue, was du liebst“ – Vielfalt im Glas
Das Motto von Sibeeria lautet schlicht: „Braue, was du liebst.“ Und genau so breit und bunt ist das Sortiment. Vom klassischen tschechischen Lager über fruchtig-herbe IPAs bis hin zu experimentellen Sours und eleganten Barrel-Aged-Bieren reicht die Palette. Selbst für jene, die alkoholfrei genießen wollen, gibt es inzwischen eine Lösung: die Nulla-Reihe, die unter anderem mit dem Nulla Lager zeigt, dass alkoholfrei keineswegs nach Verzicht schmecken muss.

Bier als Gemeinschaftsprojekt
Doch Sibeeria steht nicht nur für Biervielfalt, sondern auch für Gemeinschaft. Die Brauerei sucht regelmäßig die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen. Ein Beispiel ist die Kooperation mit Orca Brau und Freigeist Bierkultur: Gemeinsam entstand die alkoholfreie „Nulla Blood Orange Gose“ – eine spritzige Interpretation des Klassikers, gewürzt mit Salz, Koriander und mediterranen Kräutern, abgerundet durch den fruchtigen Kick von Orangen. Ein leichter Biercocktail mit nur 0,5 Prozent Alkohol.

Wilde Tiere
Wer das Sortiment durchstöbert, trifft auf ungewöhnliche Namensgeber: Wölfe, Löwen – und sogar Barracudas. Letztere haben in Sibirien oder Prag zwar nichts verloren, doch das Bier, das ihren Namen trägt, ist ebenso kraftvoll wie der Raubfisch selbst. Das „Brutal Barracuda“ ist ein Triple Brut IPA mit stolzen 10 Prozent Alkohol und einer ordentlichen Portion Bittereinheiten. Aromatisch wandelt es zwischen Zitrusfrüchten, würzigem Pinienharz und satten Hopfendolden – ein Bier, das selbst erfahrene Craftbeer-Trinker herausfordert.

Zwischen Wald und Wildheit
Bleibt am Ende die Frage: Was verbindet Sibeeria mit Sibirien? Vielleicht ist es nur ein Wortspiel, vielleicht das Bild von unendlichen Wäldern, das auch im Logo anklingt. Vielleicht steckt darin aber auch die Idee, dass Bier nicht zahm sein muss, sondern wild, frei und voller Charakter sein darf.
Am besten öffnet man eine Dose, nimmt den ersten Schluck – und denkt selbst darüber nach.
Sibeeria-Bier gibt es hier.
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