AMERICAN PALE ALE

Rory Lawton

.Das American Pale Ale ist ein Bier für dich, wenn: 

  • du in Sachen Craft Beer noch ein Frischling bist und zu Beginn einen einigermaßen modernen Bierstil probieren willst, der dir zeigt, welchen Wandel traditionelle Bierstile mit der Craft Beer Bewegung mitgemacht haben.
  • du Vielfalt liebst: das American Pale Ale ist so von verschiedenen Brauern so unterschiedlich interpretiert worden wie kaum ein anderes Bier.
  • du eine Microbrewery besuchst, die sich auf obergärige Biere spezialisiert hat und du deren Hausbier probieren möchtest.
American pale Ale

American Pale Ales sind auch in der deutschen Craft Beer Szene sehr beliebt. (Photo: StP)

Geschichte des American Pale Ale

Auch wenn sich die neuste Welle der Craft Beer Bewegung vor allem auf die amerikanische Interpretation des englischen Bierstils Pale Ale konzentriert, sollte an dieser Stelle schon einmal gesagt sein, dass Pale Ales in Großbritannien seit über 300 Jahren gebraut werden. Mit der Erfindung von Koks gelang es Mälzern die Temperatur in der Darre besser zu kontrollieren und so Malze zu produzieren, die weniger dunkel waren als das meiste Malz zuvor. Aus diesen Malzen konnten hellere, süffigere Biere gebraut werden, die sich schnell großer Beliebtheit erfreuten – und tatsächlich die Vorlage zur Entwicklung untergäriger Biere wie Pilsner und Helles lieferten.

Traditionell wurde das Pale Ale mit klassischen englischen Hopfensorten gebraut. Mit der Züchtung neuerer Hopfensorten in Oregon in den 1970ern entstand die wichtigste Zutat der amerikanischen Weiterentwicklung dieses Bieres. Insbesondere der Cascade Hopfen mit seinen deutlichen Zitrusaromen begründete die Geburt des American Pale Ale. Anchor Steam und New Alboin Brewing Company waren mit die ersten Brauereien, die damit American Pale Ales gebraut haben. Fortentwickelt wurde der Bierstil dann von Sierra Nevada, deren Flagship Bier bis heute ein American Pale Ale ist- eines der weltbesten seiner Art.

Beim American Pale Ale muss der Brauer sein ganzes Können unter Beweis stellen, wenn er ein ausgewogenes Bier brauen will. Dennoch ist es ein Bierstil, der sehr viel mehr kreativen Spielraum lässt als etwa ein deutsches Pilsener. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass der „Hausbier“ vieler amerikanischer Craft Breweries ein American Pale Ale ist.

Bier Stil Guide: American Pale Ale

 

 Aussehen:Helles strohgelb bis satt bernsteinfarben. In der Regel klar, wenngleich das Hopfenstopfen (Dryhopping, optional) bei manchen Bieren zu Ausfällungen führt.
Alkohol:In der Regel 4.5-6.0% ABV
Aroma:Deutliches Hopfenaroma von der späten Hopfengabe. Das Malzaroma unterstützt die Aromen des Hopfens, wobei die aber ganz klar dominieren. Bisweilen können fruchtiges Ester von der Hefe durchkommen.
Geschmack:Auch hier dominiert der Hopfen, Malz fährt er auf dem Rücksitz mit und nicht selten haben die Biere einen bitteren Abgang.
Körper:Leicht bis mittel mit einem moderaten Maß an Karbonisierung.

 

American Pale Ale

Sehr zu empfehlen: Heidenpeters’s American Pale Ale in der Markthallle Neun. (Photo: StP)

Empfohlene Besipiele für AMERICAN PALE ALE:

 

  • Germany’s Finest: American Pale Ale – Heidenpeters, Berlin (DE). Der Bestseller der jungen Berliner Brauerei ist eine Tropenfrüchte-Explosion. Amarillo und Citra dominieren das Aroma. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Pale Ales ist dieses taff und kompromisslos. Es war das Bier schlechthin für Berliner Craft Beer Fans seit das erste Fass angestochen wurde.
  • Der Archetyp: Sierra Nevada Pale Ale – Sierra Nevada Brewing Company (US). Seit der Gründung in den 1980ern in Chico, Kaliforniern, in 1980, ist das das Flagshipbier der Brauerei. Es hat auch dazu beigetragen, dass Cascade zum beliebtesten Hopfen der USA wurde. Wenn du das Glück hast, an eine frische Flasche zu kommen, wirst du verstehen, warum.
  • The New Californian Classic: Pale 31 – Firestone Walker Brewing Company (US). Cascade, Centennial und Chinook dominieren das Aroma. Ein etwas robuster Malzkörper, weil hier einige englische Malze verwendet werden. Wie alle Firestone Walker Biere lagert auch dieses zum Teil in Firestone Union Eichenholzfässern.