NACHHALTIGKEIT: Lohnt sich, echt.

Nina Anika KlotzBierwissen, Im Gespräch

[SPONSORED POST] Klingt super. Ist auch super. Weniger Strom, weniger Wasser, weniger Abwasser – welcher Brauer wollte das nicht. Allein: Gerade kleine Brauereien können sich Nachhaltigkeit im Bereich Technologie oft nicht leisten. Oder vielleicht doch? Joachim Schick vom schwedischen Technologieunternehmen Alfa Laval macht Mut.

Nachhaltigkeit ist – ach, warum nicht in den Topf der ganz, ganz großen Worte greifen – vielleicht das Ding überhaupt im 21sten Jahrhundert. Das Prädikat, mit dem Unternehmen und Produkte sich all zu gerne schmücken, der Wert nach dem alle irgendwie streben. Bei so viel Bohei läuft man schnell Gefahr, den Begriff mit zu viel heißer Luft aufzublasen, bis dass es irgendwann, laut oder leise, Puff macht und sich herausstellt, dass nichts dahinter ist, hinter all der Nachhaltigkeiterei.

Tut man dies aber nicht und nimmt man ernst, was Nachhaltigkeit heute eigentlich bedeutet, nämlich den umsichtigen Umgang mit jedweden Ressourcen, durch den man sicherstellt, dass das, was heute funktioniert, auch in Zukunft funktioniert, dann macht es schon Sinn, diese zu einem der obersten Ziele für heutige Unternehmen zu erklären. Und zwar ganz Wurst, was für ein Unternehmen und wie groß es auch sein mag.

Das kostet!

Wobei man da schnell auf ein Problem stößt: Nachhaltigkeit hat ihren Preis. Eigentlich immer. Und deshalb hadern die Großen auf eine andere Art damit als die kleinen Unternehmen.

Denn: Wo nachhaltiges Wirtschaften in der Theorie oft besser möglich ist, in kleinen Unternehmensstrukturen und in kleineren Dimensionen allgemein, ist es praktisch oft schlicht zu teuer.

Und jetzt ganz konkret: Man vergleiche eine klitzkeleine Craft Bier Brauerei mit einem globalen Braukonzern. Beide finden Nachhaltigkeit eine gute Sache. Und beide können hier punkten, aber auf unterschiedliche Art und Weise. Die Craft Brauerei kann etwa einen Beitrag leisten, indem sie eine Stütze lokaler Unternehmen ist. Das in der Region gebraute Bier verkauft sie an Händler und Wirte in der Region, so dass die wiederum damit ihren Bestand sichern. Vielleicht kann die Brauerei auch auf lokale Rohstoffe setzen oder sie schafft Arbeitsplätze in der Region.
Der große Konzern hingegen wirkt in der Region eher anti-nachhaltig. Dafür kann er ganz andere und sehr große Schrauben drehen. Etwa in Sachen energieeffiziente und ressourcenschonende Technologie. Wenn eine Brauerei mit einem Jahresausstoß von fünf Millionen Hektolitern auf Technik umstellt, mit der sie nur noch zwei Drittel des Stromverbrauches oder ein Viertel weniger Wasserverbrauch verzeichnet, dann hat das einen großen Impact.

Können kleine Brauereien da mithalten?

Da sind die kleinen Brauereien dann allerdings raus, denkt man. Ein auf modernster Technologie basierendes Sudhaus voller Innovationen aus dem Feld Sustainability – das können sich die wenigsten leisten.

Nachhaltigkeit Brauerei

Saubere Luft, prima Klima, beste Aussichten – wer will das nicht. Natürlich zählt Nachhaltigkeit. Und wie!

Muss aber vielleicht auch gar nicht sein. Das schwedische Technologieunternehmen Alfa Laval, Weltmarktführer in den Schlüsseltechnologien Wärmeübertragung, Separation und Fluid Handling, bietet seinen Partnern, auch denen mit den kleinen Brauereien, an, nach Stellschrauben und Ansätzen in ihren Betrieben zu suchen, wo vielleicht schon mit geringerem Aufwand ein größerer Schritt in Sachen Nachhaltigkeit gemacht werden kann. Dabei hilft Künstliche Intelligenz. Joules ist eine Software, die hier genau hinschaut und rechnet. Joachim Schick, Vertriebsingenieur Food & Water, Spezialist für Sustainability und Hygienic Fluid Handling bei Alfa Laval Deutschland, hat uns erklärt, wie das geht.

Hr. Schick, große Investitionen in nachhaltige Technologien sind doch eher etwas für große Unternehmen. Mittelständische und Craft Beer Brauereien können Sie da doch eigentlich nicht im Sinn haben, oder?

Das kann man so nicht sagen. Denn wo jemand im Moment steht, heißt ja nicht, dass das immer sein Status sein wird. Das Schöne an der Getränkebranche ist ja unter anderem, dass wir immer noch einen guten Zunftgedanken haben und uns viel austauschen. Dieser Austausch ist wichtig. Einfach mal darüber reden und nachdenken, was in Sachen Nachhaltigkeit generell möglich ist, ist für jeden sinnvoll. Denn auch wenn eine Innovation im Bereich Energieeffizienz jetzt gerade noch nicht möglich ist, ist sie es vielleicht in drei Jahren. Also hilft es, da immerzu offen zu sein.

Aber über was für Innovationen reden wir denn da? Muss ich damit rechnen, dass ich, wenn ich die Nachhaltigkeit meiner Brauerei signifikant verbessern will, ein neues, modernes Sudhaus kaufen muss oder kann man da auch mit kleineren Maßnahmen schon etwas erreichen?

Natürlich wäre es interessant, gleich die ganze Brauanlage ins Auge zu fassen. Aber das muss nicht zwingend sein, denn sie besteht ja aus unterschiedlichen Bereichen. Also untersuche ich erst einmal: Was habe ich für ein Rührwerk? Wie ist meine CIP-Anlage (kurz für Cleaning in Place, Anm. d. Red.) aufgebaut? Was ist meine zukünftige Ausrichtung der Brauanlage? Experimentiere ich viel? Auch mit zuckerhaltigen Lösungen? Welche Reinigungsmethoden nutze ich dann da? Eine normale Spülkugel, die eine unkontrollierte Abschwallung schafft? Oder gehe ich über einen Jet, der mit Düsen reinigt und mit dem ich eine große Reinigungswirkung habe – auch wenn ich dann eine größere Pumpe brauche. Wenn man die Nachhaltigkeit einer Brauerei verbessern will, kann man überall dort ansetzen, wo Medien durchlaufen. Wasser, Strom, was auch immer. Denn dort können Verluste gefahren werden.

Das heißt, wenn ich einfach nur eine neue Pumpe kaufe, würde ich meinen Reinigungsprozess merklich effizienter machen?

In gewisser Weise ja. Aber man sollte nicht beliebig an den kleinen Stellen ansetzen. Wenn ich irgendwo eine Schraube austausche und damit Reibung an dieser Stelle minimiere ist der Effekt vermutlich sehr gering. Aber es gibt in einer Brauerei Knotenpunkte, die man betrachten kann. Bei denen hat man einen großen Nutzen von kleinen Verbesserungen.

Warum lohnt sich Nachhaltigkeit für alle?

Zum einen ist es eine recht einfache Rechnung: Alles, was ich nicht ausgebe, kann ich in mein Unternehmen stecken. Ich kann Kosten für Strom, Wasser und besonders Abwasser sparen. Gerade letzteres ist ein wichtiger Punkt, Abwasser ist in den letzten Jahren immer teurer geworden und es ist absehbar, dass das so weitergeht. Da werden Belastungen im Abwasser nachgewiesen, Kläranlagen müssen aufgerüstet werden, das will dann refinanziert sein. Will sagen: Man kann mit der Verminderung von Abwasser viel Geld sparen und bekommt so über die Zeit seine Investition wieder zurück. Und außerdem kann ein Unternehmer eine Verbesserung in Sachen Nachhaltigkeit in der Werbung nutzen. Man kann es sehr gut nach außen tragen, wenn man Solar- oder Wasserenergie einsetzt oder Ressourcen schont. Das ist ein großes Plus heutzutage.

Nachhaltigkeit Brauerei

Die Rechnung, bitte: Es lohnt sich in Sachen nachhaltigkiet, die Zahlen mal durchzugehen. (Foto: NAK)