BERLINER BERG: Neues aus Neukölln

Tobias KullmannIm Portrait

Niemand hat je behauptet, dass es leicht wäre, eine Craft Beer Brauerei zu starten. Besonders das Thema Brauhaus-Bau hat es in sich. Das Team von Berliner Berg kann davon erzählen – und berichtet bei dieser Gelegenheit einmal über den aktuellen Stand in Neukölln

Vor etwas mehr als zwei Jahren, im Frühling 2015, ging Berliner Berg mit einigem Getöse und  großer Kickstarter Kampagne an den Start. Damals mit dem Versprechen, in Kürze eine Brauerei in Neukölln zu eröffnen, wo Original Berliner Weisse gebraut werden soll. Die ersten Biere noch gypsie-style gebrauten Biere kamen alsbald auf den Markt, ein Pale Ale, ein Stout, Lager und Wheat. Die Weisse aber und die Brauerei selbst ließen auf sich warten. Bis heute.

Berliner Berg

Vor dem Bier war da die Bier-Bar: Das Bergschloss hat Donnerstag bis Sonntag abends geöffnet. (Foto: NAK)

Das Bergschloss immerhin, geplant als ein Taproom der Brauerei, wurde zu einer festen Adresse der Berliner Craft Beer Kneipen Karte. Genau dort hat sich unser Autor Tobias Kullmann nun auch mit Michèle Hengst getroffen, die vor ein paar Monaten als Geschäftsführerin hier anheuerte, um mit ihr über den aktuellen Stand bei Berliner Berg zu sprechen.

Es gibt einige, die sich fragen, was  los ist bei Berliner Berg: Richard Hodges, euer alter Braumeister, ist nicht mehr da, die lang erwartete Brauerei steht noch nicht…

Stimmt, und damit hast du die beiden großen Themen bei uns schon angesprochen. Zum einen der Brauereibau und zum anderen die Situation mit dem Braumeister. Wir haben im April announced, dass uns Richie verlassen wird.  Nach zwei Jahren sehnt man sich vielleicht auch mal nach einer neuen Herausforderung und schaut wo man sich noch hintreiben lassen kann. Wir gehen im Guten auseinander und sind auch noch sehr freundschaftlich miteinander verbandelt. Richie unterstützt uns auch immer noch aktuell mit dem Brauen und steckt auch hinter den beiden neuen Bier-Releases, die wir in den vergangenen Wochen hatten. Zum einen war das das Double IPA, das ist ein Richie-Bier, und zum anderen das Easy Rider, das wir in Kollaboration mit BrewDog gemacht haben. Und: Wir haben auch schon einen neuen Braumeister.

Berliner Berg Craft Beer

Die Brauerei steht genau genommen eben schon. Nur läuft sie nicht. Noch nicht. (Foto: TK)

 Wollt ihr uns schon verraten wer das ist?

 Ne, denn er arbeitet momentan noch bei einer anderen Brauerei…

In Berlin?

Das kann ich noch nicht verraten, aber es wird einen ganz smoothen Übergang geben. No hard feelings von beiden Seiten. Es war eine super gute Zeit mit Richie und sie hat natürlich maßgeblich Berliner Berg geformt und zu dem gemacht was Berliner Berg nun ist.
Zu dem anderen Punkt Brauerei, den du angesprochen hast: Ich glaube, in Berlin will jeder zweite etwas gründen. Als Gründer hast du diese riesen Visionen und Vorstellungen, wie es alles ganz toll und ganz schnell und super wird. Und am Ende, gibt es einfach ein paar Unwägbarkeiten, die man so vorher nicht planen oder voraussehen konnte in all dem Optimismus. Und das ist genau der Grund, warum sich Projekte einfach auch mal verzögern. Das ist bei uns nun sicherlich an der Schmerzgrenze angelangt. Wir sind zwar noch nicht bei BER-Verhältnissen gelandet, aber trotzdem. Wir selber ärgern uns am allermeisten, dass unsere Brauerei noch nicht fertig ist. Aber wie gesagt, es kommt ein neuer Braumeister im September und die erste Aufgabe, die er übernimmt, wird sein, die Brauerei in Betrieb zu nehmen.

Berliner Berg Craft Brauerei

Auch die Tanks warten nur noch auf den ersten Sud… (Foto: TK)

Wer es ist kannst du mir wirklich noch nicht sagen?

 Surprise, Surprise.

 Wo braut ihr denn momentan euer Bier? Das Double IPA, zum Beispiel?

Das Double IPA haben wir in der Hohenthanner Schlossbrauerei gebraut, wo wir momentan die meisten unsere Biere produzieren. Wir haben jetzt die Rückenetiketten komplett überarbeitet, eine Aktion die ich im Frühjahr neu angestoßen haben. Da weisen wir nun auch aus, wo wir brauen. Außerdem sind die Texte ein bisschen kürzer und es gibt ein Vegansymbol, weil wir nicht nur vom Inhalt der Flasche tierfrei sind, sondern zudem mit Kasein-freiem Synthetikleim drucken.

Berliner Berg

Im Bergschloss. Am Fuße des Berliner Bergs, quasi. (Foto: NAK)

Was macht ihr mit dem Handel? Nun ist Kaisers nicht mehr da, gibt es weitere Pläne eurerseits?

Wir sind seit Oktober mit BRLO, Stone Brewing Berlin und Lemke bei Kaufland in den Berliner Märkten. Das ist auch bisher sehr gut angelaufen, der Kunde ist happy. Kaiser’s ist ja in einer Übergangsphase zwischen Rewe und Edeka aufgeteilt worden und hier werden wir dann weiter diese Kunden angehen.

Was ist an neuen Bieren geplant bzw. Aktionen oder spannenden neuen Dingen in der Zukunft?

Aktuell haben wir erstmal diese beiden neuen Biere rausgebracht und werden einen ähnlichen Rhythmus beibehalten, also alle zwei bis drei Monate einen neuen Release bringen. Sachen wie Neuköllsch, Lebkuchen-Bier oder unser Wet Hop IPA. Manche davon gibt und gab es bereits in Fass und Flasche, andere werden wir nur für die Berliner Gastro im Fass machen. Wenn die Brauerei steht, werden die Karten dann neu gemischt und mal sehen, was der neue Braumeister noch an neuen Ideen mitbringt. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr.

Wir waren im ersten Sommer 2015 schon einmal bei Berliner Berg. Lest mehr über die Gründer, die Anfänge und Pläne zur Berliner Weisse von damals auf der nächsten Seite >>>