MAIBOCK

Thomas Redders

Der Maibock ist genau dein Ding, wenn…

  • du ein Fan von Starkbieren bist
  • du trotzdem ein süffiges Bier willst
  • du dich einmal saisonal durch’s Bierjahr trinken willst.

Denn: Es gibt Zeiten, da schmecken bestimmte Biere und Bierstile gut, und es gibt Zeiten, da schmecken sie besser! Der Frühling ist die perfekte Zeit für den Maibock! Das Wetter noch wechselhaft, so richtig warm ist nur in der Sonne und die Bäume knospen langsam. Da können es ruhig ein paar Umdrehungen mehr sein.

Maibock – die bayerische Antwort auf das Einbecker Bier

Um den Maibock zu verstehen, hilft ein kleiner Exkurs ins 14. Jahrhundert in die Brauereistadt Einbeck. Dort nämlich wurde das Bockbier erfunden (lest euch die Details hier schnell mal durch!). Der Maibock, also der helle Frühlingsbock, ist aber wohl eine niedersächsisch-bayerische Koproduktion. Zumindest unter dem Namen Maibock. Die Legende besagt, dass der erste Sud 1614 von Hofbräu in München gebraut wurde. Hofbräu Braumeister Elias Pichler – der aus Einbeck abgeworben wurde – braute den Maibock zunächst aber nur für den Adel. Das Bier war so beliebt, dass es angeblich im Zuge des Dreißigjährigen Krieges die Bayern vor großem Unheil bewahrte. Genauer gab es ein Abkommen zwischen Gustav Adolf von Schweden und dem damaligen Herzog von Bayern, Maximilian I. Der Deal sah so aus: Keine Plünderungen, keine Brandschatzung, dafür 344 Eimer (so ca. 220 Hektoliter) des Hofbräu Bieres.

Seit 1638 war der gute Tropfen dann auch für die Bevölkerung zugänglich. Und Maximilian I. tat noch mehr für das Münchner Hofbräu. Er sicherte der Brauerei das Monopol an dem süffigen Getränk für weitere 200 Jahre. Ein Brauch, den es heute leider nicht mehr gibt, sah vor, dass derjenige, der sich den ersten Maibock der Saison sichert, während der gesamten Saison eine Halbe täglich abholen durfte!

Maibaumaufstellen

Harte Arbeit vor dem Vergnügen: Nach dem Maibaum-Aufstellen wird in Bayern am 1.Mai dann der Maibock ausgeschenkt. (Foto: StP)

Der Maibock heute

Den Hofbräu Maibock gibt es auch heute noch. Aber auch eine ganze Reihe weiterer Brauereien braut den Bock saisonal. Das untergärige Bier muss mindestens 16 °Plato haben, damit es ein Bock ist. Traditionell wird der Maibock besonders gerne in der Fastenzeit und zwischen Ostern und Pfingsten getrunken! Während früher vor allem dunklere Salze genutzt wurden, variiert die Schüttung heute je nach Brauerei stark: Münchner Malz, Wiener Malz, Pilsner, Karamellmalz, die Bandbreite ist groß. Das Hopfenaroma darf natürlich nicht untergehen, ist oft aber eher im Hintergrund mit leichter Bitterkeit.

Bierstil Guide: Maibock

 Aussehen:Hell, manchmal leicht bernsteinfarben.
Alkohol:Typischerweise über 6 Vol-%, oft deutlich mehr.
Geruch:Malzig, manchmal mostig.
Geschmack:Süßlicher, malziger Geschmack, manchmal nussig, dezente Hopfenaromen und Bitterkeit.
Körper:Samtiges, vollmundiges Bier, trotzdem super süffig.

Maibock-Empfehlungen für Dich

  • Einbecker-Mai-Ur-Bock, Einbecker Brauhaus AG, Einbeck. 
  • Flötzinger Maibock, Flötzinger Brauerei Franz Steegmüller GmbH & Co. KG, Rosenheim.
  • Staffelberg Bräu Maibock, Staffelberg-Bräu GmbH und Co. KG, Bad Staffelstein.

Zum Wohle! (Foto: StP)