Warum das wohl anspruchsvollste Foodpairing auch zur Genuss-Sensation werden kann
Bier und Käse? Ein Klassiker! Bier und Steak? Ein Traum! Bier und Burger? Immer doch! Selbst Bier und Schokolade entlockt Genießern ein verzücktes Nicken. Doch Bier und Fisch? Da wird’s spannend – und genau deshalb gehört diese Kombination zu den heimlich faszinierendsten Herausforderungen in der Welt des Biersommeliers. Denn obwohl wir wissen, dass Bier so unfassbar vielfältig ist, hat das Pairing mit Fisch einen Ruf wie ein rauer Nordseewind: anspruchsvoll, unberechenbar – aber mit dem Potenzial zu echten Genussmomenten.
Bier und Fisch: Mut zahlt sich aus
Wer experimentierfreudig ist, wird belohnt. Vielleicht mit einem milden, süffigen Hellen zum gegrillten Lachs. Oder einem frechen Session IPA, das neben Sushi tänzelt. Selbst ein belgisches Dubbel kann ein Thunfischsteak charmant begleiten. Nur eines sollte man im Hinterkopf behalten: Die Kombi Bier + Fisch kann – wenn sie nicht harmoniert – einen leicht metallischen Beigeschmack entwickeln. Doch wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Eine Meisterin des Foodpairings: Biersommelière Manuela Harms
Wenn jemand weiß, wie man Bier und Fisch zu einem Traumpaar macht, dann Manuela Harms. Beim diesjährigen Craft Beer Event im Rahmen von FISCH&FEINES in Bremen hat sie es wieder eindrucksvoll gezeigt. Gemeinsam mit Genussexpertin Petra Pekeler – zusammen als das sympathische M&P-Genussduo unterwegs – lud sie zu einem besonderen Tasting ein: fünf Biere in einer Stunde. Sportlich? Und wie!

IPL trifft Kabeljau
Gestartet wurde mit dem 5½ Knoten Märzen von Czernys Küstenbrauerei. Kräftig, maritim, charmant – ein perfekter Warmmacher. Danach wartete die erste Bier-und-Fisch-Kombi:
Mashine IPL von Mashsee + Kabeljau-Aufstrich auf Bauernbrot.
Das IPL mit seinen 60 IBU und der deutlichen Hopfenaromatik hatte es schwer mit dem cremig-würzigen Aufstrich. Aber spannend wurde es für alle, die noch einen Schluck Märzen im Glas hatten: Malzaromen von Bier und Brot, Süße und Würze – plötzlich ergab alles Sinn. Ein Foodpairing wie ein Überraschungsplot.

Hopfengestopftes Pils & Flammlachs
Das hopfengestopfte Pils von den Nachwuchsbrauern vom Schulzentrum Rübekamp – eines von drei Varianten beim Craft Beer Event – trat als nächster Kandidat an. Und siehe da: Die feine Räuchernote des Flammlachses tanzte erstaunlich harmonisch mit den frischen Hopfenaromen des Bieres. Das Pils selbst: sehr gelungen, die Kalthopfung perfekt ausbalanciert.

Stout & Auster – die Mutprobe wird zum Aha-Moment
In Schottland ein alter Hut, hierzulande noch mutig: Stout und Auster. Einige der rund 30 Teilnehmenden mussten über ihren Schatten springen – und wurden belohnt. Die dunklen, erdigen Röstnoten des Stouts von Blockbräu verschmolzen mit dem salzigen Meeresgeschmack zu einer fast magischen Harmonie. Ein Pairing wie eine stürmische Nordseewelle: kräftig, wild, unvergesslich.
Dessert zum Trinken – Pastry Stout von Baxbier
Zum süßen Finale gab’s eine flüssige Crème Brûlée: ein Pastry Stout von Baxbier, das mit Vanille, Karamell und Röstaromen seine ganz eigene Geschichte erzählte. Ein Dessert, das nicht auf dem Teller, sondern im Glas serviert wird.
Fazit: Bier und Fisch – spannend, herausfordernd, genussvoll
Innerhalb einer Stunde öffneten Manuela und Petra den Gästen eine beeindruckende Geschmackswelt. Malzig, hopfig, rauchig, salzig, süß – Nase und Gaumen waren auf Entdeckungsreise. Wer dachte, Bier und Fisch passen nicht zusammen, wurde in dieser Stunde eines Besseren belehrt.
Foodpairing kann überraschen – und genau das macht es so verdammt aufregend.
2026 findet FISCH&FEINES mit dem Craft Beer Event am 6., 7. und 8. November statt. Infos gibt es hier.
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