Vault City: Schottlands saure Superstars

Katharina Rolshausen

12 Biere, jedes ein Erlebnis – probiert, diskutiert und für grandios befunden.

Wer behauptet, Sauerbier sei nur was für Biernerds, hat Vault City noch nicht im Glas gehabt. Die schottische Brauerei aus dem charmanten Badeort Portobello bei Edinburgh steht seit 2018 für eine völlig neue Interpretation dessen, was Sauerbier sein kann – und manchmal auch nicht sein sollte. Denn was hier passiert, ist wild, verspielt, manchmal verrückt, aber immer: verdammt lecker.

Unsere Redaktion hat sich die Mixbox mit 12 ihrer Biere vorgenommen – und schon nach den ersten Flaschen war klar: Hier ist nichts gewöhnlich. Jedes Bier ein Statement. Jede Dose ein Abenteuer.

Foto: Vault City
Foto_ Vault City

Berliner Weisse war gestern – heute ist Triple Fruited Mango

Vault City taucht tief in die Wurzeln traditioneller saurer Bierstile ein – Gose, Berliner Weisse, Lambic – doch was sie daraus machen, ist ein Feuerwerk in Frucht. Der klassische Stil wird zur Spielwiese. Mitten in Schottland entsteht ein Bier-Obstsalat mit Haltung. Alle zwei Wochen drei neue Biere. Triple Fruited Mango, Strawberry Fields oder Rhubarb Drizzleberry Cupcake – und die Namen halten, was sie versprechen.

Foto: Vault City
Foto: Vault City

Hauseigene Kultur

Während andere auf die – schnelle – Kettle Sour Methode setzen, gönnt sich Vault City Zeit. Die Brauerei arbeitet mit einer hauseigenen Mischfermentations-Kultur – bestehend aus mehreren Lactobacillus-Stämmen, die eine angenehme Säure erzeugen, während Saccharomyces-Hefen das Bier vergären und feine, fruchtige Aromen in der Kopfnote beitragen.

Das Ergebnis: echte Tiefe, komplexe Säure und herrliche Fruchtaromen. „Unsere Hefen erzeugen tropische Ester, die sich wunderbar mit frischen Früchten verbinden“, erklärt Richard Wardrop, Head of Marketing, das Geschmacksgeheimis.

Schottische Erdbeeren & Alphonso-Mangos

So abgefahren manche Zutaten klingen, so bodenständig ist Vault City, wenn es um Qualität geht. Früchte stammen überwiegend von lokalen schottischen Bauernhöfen, bei exotischeren Sorten wie Mango oder Passionsfrucht arbeitet die Brauerei mit ausgewählten internationalen Partnern zusammen.

Süßkram? Ab ins Bier!

Doch Vault City kann nicht nur saure Fruchtbomben, sondern auch flüssige Desserts. Ob gefriergetrocknetes Eis, ganzer Kuchen oder Kaubonbons: Klingt schräg? Ist es auch. Aber es funktioniert. Denn trotz aller Crazyness behalten die Biere eine erstaunliche Balance – zwischen Süße, Säure und Drinkability.

Foto: Vault City
Foto: Vault City
Foto: Vault City
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Pläne für die Zukunft

2025 wird ein großes Jahr für Vault City. Mit dem Umzug in die neue, größere Brauerei steht das nächste Kapitel an. Eine Pilotbrauanlage soll Raum schaffen für noch mehr Experimente, Kleinchargen und stilistische Ausflüge, verrät Richard Wardrop. Und ja, auch Festival-Fans dürfen sich freuen: Vault City will international noch aktiver werden – besonders in Europa.

Fazit

Vault City Brewing macht Bier, das überrascht. Das unterhält. Das rauscht. Sauer, aber nie eindimensional. Oft süß, aber nie kitschig. Immer mit Wucht, Charakter und Kreativität.

Für heiße Sommertage? Klar.

Für kalte Winterabende? Auch.

Für alle, die Biervielfalt zu schätzen wissen: Ja.

Für experimentierfreudige Genießer: Unbedingt!

Bestellmöglichkeit und Links

Die Mixbox mit 12 Bieren gibt es unter anderem hier.

Die Internetseite von Vault City findet Ihr hier.

Wissenswertes über Sauerbier gibt es hier.

Wissenswertes über Berliner Weisse gibt es hier.