Brewdog Berlin

Brewdog in Deutschland am Ende?

Martin Rolshausen

Nachdem die kalifornische Stone Brewing Company in Berlin gescheitert ist, steht nun offenbar auch das Unternehmen vor dem Aus, das die Brauerei im ehemaligen Gaswerk in Marienfelde 2019 übernommen hat: Der schottische Craft-Beer-Riese Brewdog werde Anfang nächster Woche einen Insolvenzantrag beim Berliner Amtsgericht zu stellen. Das Berichtet Robin Amberg von der Berliner Morgenpost. Dabei wollten die Schotten alles anders und besser machen als die US-Amerikaner, wie Brewdog-Gründer James Watt im Hopfenhelden-Gespräch erklärt hat.

Nun habe sich James Watt per E-Mail mit schlechten Nachrichten an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland gewandt, schreibt die Morgenpost. Es war aber wohl nicht Watt, sondern der aktuelle Chef: James Taylor. Brewdogs Agentur in London habe der Zeitung am Freitagabend „den Gang in die Insolvenz für alle deutschen Bars und die Berliner Brauerei“ bestätigt. In der E-Mail betone der Brewdog-CEO, „dass die Insolvenz eine notwendige Maßnahme sei, um der Marke Brewdog eine geordnete Neuausrichtung zu ermöglichen“.

Foto: Martin Rolshausen

Die Bar in Friedrichshain hat Brewdog bereits geschlossen. Der Taproom in Marienfelde und die Bar in Mitte sollen folgen. Die Gehaltszahlungen für Februar seien nicht wie üblich überwiesen worden. „Stattdessen sollen die Betroffenen Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit erhalten. Ein Verfahren, das durch einen vorläufigen Insolvenzverwalter koordiniert wird. Laut Watt bleiben die Arbeitsverträge während des Prozesses zunächst bestehen“, schreibt die Berliner Morgenpost.

Gespräche mit potenziellen Investoren

Brewdog habe „keine konkreten Angaben zu den Gründen für die Insolvenz“ gemacht, teilt „aber mit, dass die Unternehmensleitung gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter daran arbeiten werde, möglichst schnell klare Informationen und genaue Zeitpläne zur Verfügung zu stellen“, schreibt die Morgenpost. Brewdog versuche, „für alle Beteiligten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“. Es ist die Rede von „Gesprächen mit potenziellen Investoren, die auch während des gesamten Insolvenzprozesses weitergeführt werden sollen“.

Stone hat sich nach dem Aus in Berlin Anfang vergangenen Jahres komplett aus dem europäischen Markt zurückgezogen. Welche Auswirkungen die Insolvenz in Deutschland auf das insgesamt angeschlagene Brewdog-Gesamtunternehmen hat, ist offen.

(Fotos: Martin Rolshausen)

(28. Februar 2026)